Der Wert von RMT NOF
Am Rand von Holwert, wo der Deich das Land anhebt und der Wind immer etwas zu erzählen hat, betreibt Sytze de Haan das Zee van Tijd. Was einst als Restaurant begann, ist heute ein Hotel, eine Gruppenunterkunft und ein Campingplatz – ein Ort, an dem Gäste ankommen, ausruhen und die besondere Küstenregion entdecken können.
Sytze ist in Holwert aufgewachsen. „Als kleiner Junge dachte ich: Ich muss hier weg.“ Das tat er auch, doch wie so oft führte ihn das Leben zurück an den Ort, an dem alles begann. „Man wird erwachsen und sieht plötzlich: Wenn es nichts gibt, kann ich selbst etwas schaffen. Holwert ist kein Endpunkt, sondern ein Ausgangspunkt. Hier kommt so viel vorbei – damit muss man etwas machen.“
Vom Restaurant zur Unterkunft: Raum für neue Schritte
Sytze liebt Herausforderungen und den Aufbau von etwas, das stimmig ist. Drei Jahre lang führte er das Restaurant, doch nach und nach vollzog er eine bewusste Wende. Heute empfangen sie am Wochenende Gruppen von bis zu 14 Personen und unter der Woche Hotelgäste mit Frühstück. Zusammenarbeit ist dabei selbstverständlich: Das Frühstück liefert der örtliche Supermarkt, gegessen wird auf dem Pier, und die Fahrräder werden im Dorf ausgeliehen.
„Es ist ganz einfach: Wenn man sich gegenseitig stärkt, bleibt das Dorf lebendig.“
Ein neuer Traum: Reisen durch Friesland noch einfacher machen
Mit dem Zee van Tijd in einem stabilen Rhythmus konzentriert sich Sytze nun voll auf Friesland Holland Travel, sein Reisebüro. Sein neuestes Projekt ist typisch für seine Denkweise: praktisch, innovativ und auf das Gästeerlebnis ausgerichtet. Er entwickelt eine interaktive Wolf-Karte mit allem, was Reisende brauchen: öffentliche Toiletten, gute Lunch-Adressen, schöne Orte und praktische Zwischenstopps. „Gäste wollen unterwegs nicht nachdenken müssen, sondern wissen, wohin sie gehen können. Alles, was ich selbst praktisch finde, packe ich hinein. Später wird das Teil von Arrangements – und vielleicht noch von vielem mehr.“
Zuhause am Deich
Fragt man Sytze nach seinem Lieblingsort, erscheint sofort ein Lächeln. „Der Seedeich, die Salzwiesen, die Insel … wie hier die Sonne untergeht. Holwert bleibt etwas Besonderes. Aber auch die Noardlike Fryske Wâlden sind fantastisch. Je öfter ich dort bin, desto mehr Ideen bekomme ich.“
Das Netzwerk, das Türen öffnet, spielt dabei eine große Rolle – und RMT NOF ist ein wichtiger Teil davon. „Die Herbsttreffen sind für mich Gold wert. Dort treffe ich Unternehmer, die ich brauche, damit Arrangements gelingen.“ So fragte er B&Bs, ob seine Wanderer dort zum Abendessen dazustoßen dürften. Viermal bekam er sofort ein „Ja, gern!“ zurück. „Das funktioniert nur, wenn man sich kennt. Das Netzwerk ist warm, nah und sehr praktisch.“ Es hilft ihm nicht nur, sein Unternehmen wachsen zu lassen, sondern auch, Touristen ein unvergessliches Erlebnis zu bieten. Man braucht einander wirklich.
Fragen, die alles relativieren
Sytze war viele Jahre Reiseleiter in Peru und merkt, dass Touristen überall dieselbe Verwunderung zeigen. „Was essen die Friesen eigentlich?“ „Was sind das für Körbe im Wasser?“ „Das sind einfach Einekoeren – Körbe, in die Enten ihre Eier legen.“, lacht er. Es erinnert ihn daran, wie besonders seine eigene Lebensumgebung eigentlich ist.
Und wohin müssen Gäste unbedingt? Da ist Sytze kurz angebunden: zur Tegeltjesbrug. „Immer ein Erfolg.“



